Hersbruck: Mit blauen Reflektoren gegen Wildunfälle

Aufmerksame Autofahrer haben sie schon entdeckt: kleine blaue Reflexionsflächen an den Straßenpfosten entlang der Umgehungsstraße. Aber wofür sind sie da? Die Buchloe | pan | Sicher sind sie dem einen oder anderen schon aufgefallen, die Straßenpfosten mit blauen Reflektoren entlang der Straße zwischen Buchloe


Die beiden Hilpoltsteiner Jagdpä chter Kratschmer und Ditz haben sofort zugegriffen, 75 blau leuchtende Reflektoren gekauft und sie mit tatkrä ftiger Unterstü tzung von Landratsamt und staatlichem Straß enbauamt auf den 6,5 Kilometern auf beiden Straß enseiten montiert. Fü r Dr. Kratschmer und Hans-Jü rgen Ditz bedeutet das Kaufen und Montieren der 75 Zentimeter hohen Reflektoren zwar Aufwand und Geld, aber im Vergleich zu den traurigen Erfahrungen bisher eine

Blau hilft! Reflektoren sollen Wildunfälle

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Blaue Lichtwand gegen Wildunfälle: Hegering Siebengebirge

Schalenwildarten, zu denen nicht nur Rehe, sondern auch Hirsche oder Wildschweine gehören, können nur ultraviolette bis blaue und grüne bis gelbe Farbtöne erkennen. Für Rot fehlen ihnen die nötigen Rezeptoren. Blau hingegen schreckt das Wild ab, ist also eine Warnfarbe. Wenn das Scheinwerferlicht auf die blauen Reflektoren trifft, nehmen diese das Licht auf und reflektieren es von der Straße weg. Das Reh sieht dann die reflektierten blauen Punkte. „Dadurch wird es sofort gestoppt.“

Reflektoren können märkische Unfallquote senken – Blaue

Einen gewissen Schutz bieten Verkehrsteilnehmern blaue Reflektoren, die an Leitpfosten neben regelmäßig von Rehen und Hirschen zum Queren genutzten Straßen angebracht sind.

Die aktuelle Statistik des Deutschen Jagdverbands zeigt in Brandenburg – nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren – wieder eine steigende Tendenz bei Wildunfällen. Bundesweit gibt es nach ADAC-Angaben durchschnittlich 755 Wildunfälle am Tag. Pro Jahr verlieren dabei zwischen sechs und zehn Menschen ihr Leben, Zehntausende werden verletzt. In der Saison 7567/68, für die es die neuesten Zahlen gibt, wurden laut Jagdverband auf Brandenburgs Straßen 6888 Rehe, 576 Wildschweine, 797 Dam- und 759 Rothirsche getötet.

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Dennoch müssen Voraussetzungen gegeben sein, damit das Reh vom Überqueren der Straße abgehalten wird. „Der Seitenstreifen muss gemäht und die Reflektoren dürfen nicht verdreckt sein“, erklärt Zaus.

Doch damit soll mit den neuen blauen Katzenaugen, von denen bereits rund 755 Stü ck auf Fö hr angebracht sind, nun Schluss sein. Das blaue Licht strahlt in die Gemarkung , beschreibt Ohlsen. Das Rehwild kennt blaues Licht in seiner natü rlichen Umgebung nicht und empfindet es fremd und potenziell gefä hrlich (Schreckfarbe). Rot, Orange oder Weiß dagegen sehen die Tiere lediglich als Grü nabstufungen, die mit der Umgebung verschmelzen und so nicht helfen.

Ob der Einsatz der Reflektoren an den ausgesuchten Abschnitten (siehe Infokasten) die Unfallzahlen gesenkt hat, wolle man nach drei Jahren ü berprü fen. Polizeihauptkommissar André Kriegbaum, der fü r die Verkehrspolizei an der Ü bergabe teilnahm, wies darauf hin, dass jeder dritte Verkehrsunfall im Altmarkkreis einer mit Wild ist. In diesem Jahr habe es bereits 975 zusammenstö ß e gegeben, bei denen sieben Menschen verletzt wurden.

Für den Brandenburger Landesjagdverband ist das Ergebnis der Studie keine Überraschung. „Unsere Jäger bringen schon seit längerer Zeit auf eigene Kosten blaue Reflektoren an Straßenbäumen an, um Autofahrer und das Wild vor einen Zusammenstoß zu schützen“, sagt Geschäftsführer Georg Baumann. „Diese Idee hilft uns mehr als Wildschutzzäune an den Straßen, die den notwendigen Austausch der Tiere blockieren und wildbiologisch nicht zu akzeptieren sind.“ Eine Lösung seien die von den Autobahnen bekannten Grünbrücken für das Wild, aber man könne in Brandenburg ja nicht alle 555 Meter solch einen Übergang bauen.

Blaue reflektoren gegen wildunfälle